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Allergien

ZELLERFRISCHEND: Allergien

Allergien: Wenn das Immunsystem harmlose Stoffe zum Feind erklärt
Niesen, tränende Augen, juckende Haut oder Beschwerden nach bestimmten Lebensmitteln: Allergien können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen.
Vereinfacht gesagt passiert bei einer Allergie etwas Erstaunliches: Unser Immunsystem, das uns eigentlich vor Krankheitserregern schützen soll, reagiert auf Substanzen, die für die meisten Menschen harmlos sind. Dazu können beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben, Tierallergene oder bestimmte Nahrungsmittel gehören.

Zwei Gedanken aus unserer Podcastfolge
„Bei einer Allergie ist dein Immunsystem nicht einfach zu schwach. Es reagiert auf den falschen Gegner.“
Und:
„Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was löst meine Beschwerden aus? Sondern auch: Warum reagiert mein Immunsystem auf diesen Stoff?“

Was sagt die Wissenschaft?
Die Entstehung allergischer Erkrankungen ist komplex. Genetische Veranlagung und verschiedene Umweltfaktoren wirken zusammen. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem die Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten sowie unterschiedliche Immunzellen und Botenstoffe.
Auch das Mikrobiom und die frühe Auseinandersetzung unseres Immunsystems mit Mikroorganismen werden intensiv erforscht. Allergien lassen sich deshalb nicht auf eine einzige Ursache wie Ernährung, Darm oder Umweltbelastungen reduzieren.
Eine umfangreiche wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Cezmi Akdis beschreibt die komplexen immunologischen Mechanismen allergischer Erkrankungen und zeigt, wie genetische, epitheliale, immunologische und umweltbedingte Faktoren zusammenspielen.

Was bedeutet das für deinen Alltag?
Allergische Beschwerden solltest du medizinisch abklären lassen, insbesondere wenn sie neu auftreten, stärker werden oder Atemwege beziehungsweise Kreislauf betreffen.
Darüber hinaus lohnt es sich, die eigene Gesundheit ganzheitlich im Blick zu behalten: ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf, Nichtrauchen und ein gesundheitsorientierter Lebensstil ersetzen keine Allergietherapie, schaffen aber grundsätzlich gute Voraussetzungen für deine Gesundheit.

Studie
Akdis CA. Does the epithelial barrier hypothesis explain the increase in allergy, autoimmunity and other chronic conditions? Nature Reviews Immunology. 2021;21:739–751. DOI: 10.1038/s41577-021-00538-7.

Diese Arbeit ist interessant, weil sie die sogenannte Epithelial-Barrier-Hypothese behandelt. Vereinfacht: Störungen unserer natürlichen Barrieren, etwa an Haut, Atemwegen oder Darm, könnten dazu beitragen, dass Allergene, Schadstoffe und Mikroorganismen leichter mit dem Immunsystem interagieren und entzündliche Prozesse begünstigen. Das ist eine wissenschaftliche Hypothese mit wachsender Evidenz, keine Erklärung für jede individuelle Allergie.

Du möchtest tiefer einsteigen? Mehr Hintergründe und Zusammenhänge rund um Allergien und unser Immunsystem hörst du in unserer vollständigen Podcastfolge 39.

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